Woezonlo à Kpalimé !

Endlich ist es soweit, ich bin umgezogen! Seit längerem hatte ich den Wunsch, runter vom Berg in die Stadt zu ziehen und meine Arbeitsstelle zu wechseln. Nun schlafe ich in einem neuen Bett und esse mit mit meiner neuen Gastfamilie zu Tisch. Nur der Hund heißt irgendwie noch immer gleich.

Bereits in einem früheren Blogeintrag habe ich mal geschrieben, dass die Schule in Tomegbé keine weiteren Freiwilligen mehr braucht, ich war an dieser Schule ungünstig untergebracht. Die ganze Zeit nicht eingesetzt zu werden und dafür jeden Tag früh aufzustehen war auf die Dauer nicht das, was ich mir für mein Freiwilligendienst vorgestellt hatte. Dazu kam, das ich auf dem Dorf lebte und
jedes Wochenende in die Stadt pendelte, nur um Sonntags zum Abendessen wieder zurückzukehren. Die Gastfamilie war nicht der Grund meines Wechsels, fast mehr der Grund, warum ich so lange dort geblieben bin. Auch wenn meine Gastoma manchmal anstrengend war, hatte ich zurückblickend eine sehr gute Zeit in meiner Gastfamilie in Tomegbé. Und mein Hund Milou hat die Entscheidung nur noch schwerer gemacht.

Der Umzug lief nicht immer rund. Den Gedanken daran hatte ich schon seit Februar, damals jedoch war ich nur neugierig, ob ein Wechsel machbar ist. Ich muss wohl nicht genug Druck gemacht haben, denn die Antwort meiner Organisation war immerzu: Wir haben gerade viel zu tun; Halte die letzten Monate noch durch und; Deine Familie wäre bestimmt nicht froh, wenn du jetzt
gehen würdest. Ich akzeptierte mein Schicksal zu schnell und lies die Sache für kurze Zeit ruhen. Je mehr ich jedoch darüber nachdachte, desto mehr störte es mich, desto mehr wollte ich raus aus dem
Dorf und so kam es dann auch. In verschiedenen Gesprächen und Textnachrichten machte ich immer mehr Druck, ich hatte keine Lust mehr „Das wird schon gehen“ zu hören. Eines Montag
Morgens bekam ich dann die Nachricht von Félix, dem Chef Astovots in Kpalimé, ich könne umziehen, noch innerhalb einer Woche. Einen Tag nach meinem Geburtstag war es dann soweit. Ich muss zugeben, ich habe noch keine Ahnung wie ich all meine Sachen und Klamotten wieder nach Deutschland transportiert kriege, hier in Togo hat der Umzug mit nur zwei
Gepäckstücken nicht funktioniert. 😀

Meine neue Gastfamilie sind die Ahiators. Meine Gastmutter Julia ist Schneiderin und hat ihre eigene kleine Schneiderei direkt vor unserem Haus. Oft sitzt sie dort tagsüber mit dem Radio an und schneidert ein Kleid nach dem anderen, auch Löcher in meinen Hosen hat sie schon wieder
zugenäht. Mein Gastvater Samuel ist Lehrer am collège protestant d‘Agome Kpalimé. Zwar ist er offiziell schon in Rente, ist aber als Aushilfslehrkraft immer noch jeden Tag dort. Manchmal sehe ich ihn morgens auf sein Motorrad steigen, zusammen mit meiner Gastschwester Adjo, die am
selben Ort zur Schule geht. Adjo ist 16 (glaube ich :D) und auf dem lycée. Wenn die
Sommerferien rum sind hat sie nach ein Jahr vor sich, bis dann im Frühjahr 2019 ihr Abitur ansteht. Manchmal helfe ich ihr bei Hausaufgaben in Deutsch, was sie echt gut versteht und auch gut spricht, aber sich meiner Meinung nach nicht genug traut. Sie hat drei ältere Brüder, die alle in Lomé wohnen und studieren oder arbeiten. Und das letzte Mitglied der Familie heißt Milou, unser kleiner verstörter Hund der meiner Meinung nach einfach nur Liebe sucht. Er Hund ist den ganzen Tag an seiner Hütte angebunden und wird nur Nachts zum bewachen des Hofes losgelassen. Am
Anfang wurde mir gesagt ich solle dem Hund nicht zu nahe kommen, er ist gefährlich und versteht sich nur gut mit der Familie. Ich konnte Nachts nicht über den Hof aufs Klo gehen und musste,
wenn ich spät wiederkam von Abendveranstaltungen, mich in meinem Zimmer einschließen und meinen Gastvater mit einem Anruf wecken, damit er den Hund befreien konnte. Ich habe das nicht
auf mir sitzen lassen und habe ihn innerhalb einer Woche mit Leckerlis und langsamem Näherkommen davon überzeugt, dass ich super nett bin und wir eine tolle Freundschaft haben
könnten. Mittlerweile ist es überhaupt kein Problem mehr und mein Gastvater ist zufrieden, dass er nicht mehr mitten in der Nacht geweckt werden muss.

Was mich angeht, ich bin sehr gut in der Familie angekommen und fühle mich sehr wohl. Mein Zimmer ist klein aber fein und dazu wohnen wir sehr zentral. Meine Schule wiederum ist eine ganz andere Geschichte. Am Anfang bin ich dem Lehrer gefolgt, dann habe ich angefangen, mit den Kindern in den Freistunden Nachhilfe zu machen, dann habe ich Mathe in den regulären Stunden unterrichtet. Nach aktuellem Stand sitze ich im Lehrerbereich und bin auf Bereitschaft, Schülern konkrete Fragen in Mathe zu beantworten und
nach Bedarf Freistunden zu nutzen, um dort Mathe zu machen. Die Arbeit ist so gesehen keine konkrete Verbesserung zu dem was ich in Tomegbé gemacht habe. Dafür lebe ich jetzt in der Stadt, kann auch unter der Woche im Internet arbeiten, Freunde treffen, auf den Markt und zum Tanzen gehen usw.. Und dazu bin ich voraussichtlich nur noch zwei Wochen hier an der Schule, was nicht dabei hilft, motiviert für eine Veränderung am Arbeitsplatz zu kämpfen. Meine Kollegen sind nett und die Vorfreude auf das Essen in der Pause reicht gerade so, mich morgens aus dem Bett zu ziehen.

Ich sitze gerade im Lehrerbereich meiner Schule, eine Art Pavillon in der Mitte des Schulhofs, und höre von allen Seiten entferntes Schülergeschwätze. Nur halb konzentriert mache mir gerade Gedanken, wann ich heute zur Schneiderin gehe und auch, wann ich mal wieder auf den Berg fahre, um meine alte Gastfamilie zu besuchen. Ich habe mich gut eingelebt und freue mich auf die letzten zwei Monate, die ich noch in Togo habe.

PS: Woezonlo ist Ewe und bedeutet Herzlich willkommen. Fast überall wo man ankommt wird man damit gegrüßt und die Antwort lautet immer „Yooooo“ oder „Yoloooo“, was in diesem Falle für „Danke“ steht. 🙂

Warme aber gerade von Zeit zu Zeit verregnete Grüße aus Kpalimé

Euer Lennart

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Kurzmitteilung

Lang ists her…

Zu allererst möchte ich mich entschuldigen. Es ist viel zu lange her seit ich den letzten Beitrag veröffentlicht habe. Seit ich in der Gastfamilie angekommen bin und mich gar nicht mehr gemeldet habe hat sich viel zugetan und das möchte ich euch nicht vorenthalten. Deswegen bin ich jetzt wieder dabei, neue Beiträge zu schreiben, um euch auf den neusten Stand zu bringen. Ich hoffe der neuste Beitrag hat euch gefallen und hoffe in Zukunft regelmäßiger Blog zu schreiben. In Arbeit ist gerade einer über meine Gastfamilie, dicht gefolgt von einem kleinen Report meiner Reise, die mich mit ein paar Freunden über das neue Jahr hinweg durch ganz Nordtogo geführt hat.

Abgesehen davon geht es mir sehr gut. Ich bin zufrieden in meiner Gastfamilie, an der Schule hat sich wie schon geschrieben einiges geändert und ich sehe jetzt schon den zukünftigen Plänen und Urlaubsreisen entgegen.

Danke an alle die trotz der großen Pause immer noch interessiert meinem Blog folgen und zusätzlichen Dank an alle, die sich noch entschlossen haben zu spenden.

Damit verabschiede ich mich aus Togo, freue mich auf Kommentare oder private Nachrichten und wünsche liebe Grüße an alle Leser*innen.

Lennart

Back to school

„Der Frühe Vogel kann mich mal!“ Den Spruch sollte ich mir glaube ich ausdrucken, einrahmen und übers Bett hängen, damit ich ihn jedes mal sehe, wenn mein Wecker um 6 Uhr klingelt. Denn dann beginnt mein Tag, ob ich es will oder nicht. Doch halb so wild, meistens ist meine Gastfamilie um diese Uhrzeit schon seit einer halben Stunde auf den Beinen. Ich habe mich mittlerweile echt dran gewöhnt: Abends früh ins Bett und dafür morgens doppelt so früh wieder raus.
Habe ich mich also endlich aus dem Bett bemüht und das Licht angemacht geht der erste Gedanke zum Frühstück. Meistens esse ich jeden Morgen gezuckertes Weißbrot, manchmal mit Nutella oder Konfitüre, wenn ich noch etwas übrig gelassen habe. Dazu trinke ich entweder einen heißen Kakao oder einen Tee mit ganz viel Milch und Zucker. Dabei lasse ich mir so viel Zeit, das zwischen dem Frühstück und dem Aufbruch zur Schule nur noch Zeit bleibt zum Zähne putzen und umziehen. Schnell noch Schuhe anziehen und Schulsachen in die Tasche werfen, Tür abschließen und los gehts!
Mein Outfit für den Tag? Seit gefühlt für immer trage ich jeden Tag zur Schule ein komplettes Pagne Outfit mit Hemd und langer Hose, dazu meine mittlerweile auf eine Ablösung wartenden roten Schuhe. Pagne ist ein Stoff, den man hier auf jedem Markt finden kann und mit dem man sich unendlich viele Klamotten schneidern lassen kann. Neben Hemden, T-shirts, langen und kurzen Hosen, Schuh-Überzügen, Handtüchern und Kopftüchern kann man sich auch Jutebeutel, Kissenbezüge, Jacken uvm. machen lassen. Meine Mitfreiwillige Dina hat sich gleich einen ganzen Jumpsuit schneidern lassen. Die Stoffe gibt es in jeder erdenklichen Farbe und mit allen möglichen Mustern, einfach unglaublich praktisch.
So gehe ich also durch unseren Garten, vorbei am Kaktus und durchs blaue Gartentor raus und finde mich auf der Hauptstraße wieder, die einmal durchs Dorf führt. Von dort aus folge ich der Straße, vorbei an der Boutique in der ich immer mein Waschpulver kaufe, vorbei am marché, der mich immer Dienstags und Samstags mit leckeren Snacks und Früchten versorgt sowie Stoff oder anderem Kleinzeug. Zu meiner Rechten ziehen die Kirche und die Grundschule an mir vorbei, später noch die Bar „Sous le Cocotier“, die wir des öfteren mal abends für ein kühles Bier oder eine Cola aufsuchen. Wenn ich dann das Zentrum passiert habe geht es aufwärts, meine Schule liegt etwas erhöht auf dem Berg und ich bin immer etwas erschöpft wenn ich ankomme, auch wenn mein Schulweg nur 10 Minuten dauert.
Meine Schule, das CEG Agomé-Tomegbé, ist eine collège mit insgesamt 242 Schülern und 9 Kollegen, darunter der Schulleiter und eine Sekretärin. Die Klassenstufen 6 bis 9 werden in fünf verschiedenen Klassen unterrichtet, da die 6te Klasse in 2 Partien aufgeteilt wurde.
Der Unterricht beginnt um 7:00 Uhr, direkt nach dem Appell um 6:45. Hierfür stellen sich alle Schüler Klassenweise auf, der Schülersprecher hisst die togoische Flagge, welche den Rest des Schultages über dem Schulhof weht, und eine der Klassen singt gemeinsam die togoische Nationalhymne. Manchmal muss ich deswegen um 6:30 an der Schule sein, um die Schüler beim Säubern der Schule und des Hofes zu überwachen.
Bis zur großen Pause dauert es drei Schulstunden a 55 Minuten ohne kleine Pausen dazwischen. In den 25 Minuten Pause entspanne ich mich etwas mit Leo und den anderen Kollegen im Lehrerzimmer. Das beste an der Pause ist auch hier das Essen. Für den großen Hunger gibt es Spaghetti mit Soße, Reis, Soja oder , dazu gibt es immer verschiedene Säfte, Beignets (frittierte süße Teigbällchen) und manchmal Toffee (kleine Karamellbonbons). All das bringen die Schüler ins Lehrerzimmer, je nach dem was man bestellt.
Nach zwei weiteren überlebten Stunden Schule hört der ganze Spaß vorerst um 12 auf. Für mich heißt das nach Hause gehen, während manchmal unter der Woche noch Nachmittagsveranstaltungen stattfinden. So ist zum Beispiel jeden Dienstag devoir surveille oder unterschiedlich über die Woche verteilter Nachmittagsunterricht, für den die Schüler um 15 Uhr wieder an der Schule sein müssen. Mein Schulfach, die Mathematik, hat jede Klasse vier mal die Woche, was für mich 16 Stunden Unterricht die Woche mit ein paar Freistunden dazwischen bedeutet.
Leider bestanden diese 16 Stunden für mich die ersten Monate nur aus „dem Lehrer folgen, hinten drin sitzen, zuhören und mitschreiben“. Versteht mich nicht falsch, zu Beginn war dieses „Stage“ (Praktikum) wirklich hilfreich. Ich konnte zusehen, wie der Lehrer seine Stunden gestaltet, lernte neue Vokabeln für den Unterricht und wurde gut an den Schulalltag herangeführt. Doch nach drei Monaten Schulbank drücken, die Vokabeln saßen mittlerweile ausreichend, den Stoff habe ich selbst schon in der Mittelstufe durchmachen müssen und ein eingesessener Lehrer, in meinem Fall Mr. Kamassa, ändert dann auch nicht so oft seine Unterrichtsmethoden, war etwas die Luft raus. Für Leo und mich war es höchste Zeit, etwas zu ändern. Und jetzt wo ich hier sitze und diesen Artikel schreibe, hat sich schon einiges getan.
Seit Beginn der zweiten Trimesters habe ich schon mehrere Stunden Unterricht selbst gehalten. Bisher waren es nur Aufgaben, die ich aus dem Schulbuch genommen habe, angeschrieben habe und dann sollten die Schüler rechnen. Andererseits, so macht es doch jeder Mathelehrer, also wieso sage ich „nur“?
Zumindest haben wir zusätzlich zum unterrichten ein Bibliotheksprojekt gestartet. Die Schule verfügt über einen großen Raum mit mehreren Bücherregalen, Tischen, Stühlen und drei Computern. Da der zuständige Lehrer den Ort nur als ein zweites Lehrerzimmer nutzt und selten ein Schüler Fuß in diese Bibliothek setzt, haben wir darin eine weitere Beschäftigung gefunden. Gerade sind wir dabei den Raum umzustellen, alte Stromleitungen zu erneuern und neue Bücher zu beschaffen. Also wer zufälligerweise Französische Kinder- und Jugendbücher oder einfach deutsche Bücher mit vielen Bildern bei sich zuhause übrig hat, einfach an mich senden, wir sind dankbar für alles. 😉
In der neuen Bibliothek wollen wir dann Kurse anbieten wie zum Beispiel Nachhilfe, Informatik oder einen Deutschkurs für die 9te Klasse, der dieses Fach im lycée begegnen wird. Abgesehen von alledem haben wir ein Brunnenprojekt auf die Beine gestellt, wobei ich hier drauf näher in einem anderen Beitrag eingehen will.
Alles in allem ist mein Dorf Agomé-Tomegbé nicht mehr das, was es einmal war, sondern mittlerweile um einiges ereignisreicher.

Galerie

Endlich mal ein paar Bilder :D

Hier ein paar der Bilder, die ich von Leo ergattern konnte 😀 sie fangen ganz am Anfang an und gehen bis kurz nach meiner Ankunft in Tomegbé. Viel Spaß! 😀

Wer genau hinschaut sieht links das Gartentor zum Garten meiner Gastfamilie in Blau. Damit gehts bei den nächsten Bildern weiter 😀

Das kleine Ortsschild, an dem wir jeden morgen vorbei laufen auf dem Weg zur Schule

Der Stundenplan im Hintergrund ist schon länger nicht mehr aktuell, dafür ist der links unten immer noch mein Mathelehrer Mr. Kamassa und mittig sitzt Mr. Kloutsevi, der Englischlehrer, dessen Unterricht Leo besucht.

Ganz schön volle Klasse im Englischkurs. In diesem Falle waren es 44 Schüler.

Blick auf das kleine Gebäude des Lehrerzimmers und Direktorbüro

Disziplin, Arbeit, Erfolg und Zukunft schmückt mit dieser Zeichnung wie ein Motto unsere Schulwand.

Die Klassenzimmer unserer Schule bleiben bei einer Anzahl von fünf Klassen überschaubar ;).

Letzte Besorgungen vor der ersten Fahrt nach Tomegbé mit der neuen Gastfamilie

Kurz vor Aufteilung in die Gastfamilien probieren wir uns an Pat, anstrengend aber lecker 😛

Ganz normaler Tag im Seminarhaus, der Garten voller frisch gewaschener Wäsche.

Baden unterm Wasserfall macht glücklich 😀

Das wohl beste Bild vom Wasserfall!!!

Ich hoffe ihr seid mir nicht böse, wenn ich ein paar Bilder vom Wasserfall hochlade :D.

Der Fels wird geschmückt von Lianen

Er kommt schneller runter als man denkt.

Der Weg zum Wasserfall sah vielversprechend aus.

Kurz vor erreichen des Wasserfalls heißt es nochmal: gefährlich treppensteigen!

Und nochmal ein Bild vom Bus, der uns all die Zeit begleitet hat 😀

Hier beginnt ASTOVOT ein Heim für Straßenkinder zu errichten, bei dem auch wir bald mit anpacken dürfen, wenn sich die Zeit findet.

Typisches Frühstück mit dem Rest der Truppe.

Cherita gibt uns einen Crashkurs in Ewe, der Nationalsprache.

Zur Wahlparty im Residenz Garten der deutschen Botschaft gibt es sogar Hüpfburgen!!??!!

Entspannter Nachmittag im Seminarhaus, die Hälfte der Freiwilligen schläft, die ander wahrscheinlich auch :D.

Ganz schön groß:D

Hier nur eine kleine Seitenstraße des Marktes. Bis jetzt weiß ich jedoch schon, das es da noch viel mehr gibt und gerade am Wochenende es echt voll wird.

Togo besteht aus 5 Regionen, so ein bisschen wie Bundesländer und hier… 

Das Maisfeld vor unserem Haus.

Der Berg am Horizont kündigt die Hügel um Kpalimé an, versteckt sich jedoch ein bisschen unter den schlecht-wetter-Wolken 😦

Der blaue Bus *_*

Strandstraße vor der deutschen Botschaft

Der Abend wird abgeschlossen durch einen Tanz in die Nacht mit Liveband

Erstes mal Foufou Essen mit den Astovot Koordinatoren

Der Hafen sieht auf der Rückfahrt bei Nacht viel romantischer aus als auf diesem Bild 🙂

Awoyoo ist so das bekannteste Bier in der Gegend. Model?!?

Juhuu, endlich Meer 😀

Kurz vorm Meer fanden wir eine chillige Bar am Wasser

Super happy nach der Bootstour :DD

Die Boote kamen auf dem Hinweg mit Wind aus, mussten aber auf dem Rückweg durch Muskelkraft vorangetrieben werden.

Kurze Bootsfahrt über den Lac Togo in kleinen Holzbooten

Togoville ist das Dorf, das Togo seinen Namen gab.

Im blauen Bus durch Lomé auf dem Weg nach Togoville

Hmmmm…. Lecker Papaya 😛

Beim ersten Spaziergang durchs Viertel wurde alles erkundet

Unser erster großer Regenschauer, Blick vom Blakon hinterm Haus

Am großen gelben Tisch wurde vorbereitet, gekocht, gegessen, gespielt und alles andere gleichzeitig 😀

Am ersten Tag bekamen wir alle zur Einreise nach Togo einen Schluck L’eau spécial, bonne dégustation !

Hier wohnten wir die erste Woche

Der nagelneue Flughafen Lomés spiegelt bei unserer Ankunft die untergehende Sonne wider.

Kurzmitteilung

Vom Wasserfall und neuen Familien

Zum Mittagessen gab es Foufou und ich habe immer noch den bitteren Geschmack vom Pampelmusensaft im Mund, den es zum Nachtisch gab. Jetzt sitze ich wieder auf der Terrasse auf meinem braunen Stuhl und schaue runter auf den Garten und die frisch gewaschene Wäsche, mit der ich zum Glück für diese Woche fertig bin. Den Garten zu beschreiben würde zu lange dauern, weswegen ihr euch bis die Bilder kommen mit der Beschreibung grün und wunderschön zufriedengeben müsst. 😀

Ich bin nun seit Sonntag dem 1. Oktober in meiner neuen Gastfamilie, fühle mich aber jetzt schon total wohl und fange schon an, mein Zimmer mit neuen Ideen umzuräumen und aufzurüsten. Zum Beispiel möchte ich in meinen kleinen Vorraum ein Regal stellen, damit ich meine Sachen besser organisieren kann. Aber das geht alles viel zu schnell, fangen wir etwas früher an.

Samstag, 30.September 2017

Der letzte vollständige Tag im großen Seminarhaus sollte ein besonderer sein! Nach gemeinsamem Frühstück brachen wir auf – natürlich im blauen Bus – in Richtung Wasserfall. Da ich nie wirklich wusste, wie der Ort heißt oder in welche Himmelsrichtung wir gefahren sind, um ihn zu erreichen, nenne ich den Wasserfall zu Zwecken der Erzählung einfach Cascade (Das ist das französische Wort für Wasserfall).

Die Sonne stand schon hoch als wir los fuhren und da es mit mehr als 20 Personen in einem kleinen Bus ganz schön eng werden kann, waren wir alle froh das die Fahrt reibungslos verlief. Am Zielort angekommen mussten wir noch ein paar Meter laufen, da die Cascade am Fuße eines kleinen Berges liegt. Nach 10 Minuten Treppen steigen öffnete sich vor uns der Berg zu einer Bucht voller Wasser, welches über einen großen Fels hinein sprudelte und am anderen Ende zwischen den Steinen in einen Bach verschwand. Auf beiden Seiten des Wasserfalls baumelten Lianen von den Felsüberhängen und, während die Sonne das Wasser grünlich glänzen ließ. Es dauerte keine zehn Minuten, bis wir in voller Badeausrüstung ins Wasser stiegen und zum Wasserfall liefen, da das Wasser bis kurz davor sehr flach war.

Direkt daneben wurde eine durchhängende Liane gleich als Schaukel benutzt, während andere sich auf allen möglichen Steinen in Pose setzten; wahrscheinlich um das perfekte Profilbild zu schießen, man weiß es nicht.

Auch nach dem Mittagessen und saftigen Orangen wurde weiter geschwommen, geschaukelt oder gelesen. Bis kurz vor Schluss hatten wir die Cascade komplett für uns alleine, verließen sie dann um 2 Uhr und schwitzten nochmal kräftig in der Mittagssonne, bis wir den blauen Bus zur Rückfahrt erreichten.

Am selben Abend wurde gemeinsam gegrillt mit verschiedenem Fleisch, Fisch und frittierten Sojaspießen. Dazu gab es alle möglichen Drinks und zum Höhepunkt des Abends haben wir alle gemeinsam gesungen und getanzt, begleitet von Felix an der Bongo. Im Anschluss bin ich mit ein paar wach gebliebenen gemeinsam in die raggaebar gefahren, war ja schließlich der letzte Abend vorm kennenlernen der Gastfamilien.

Der nächste Tag gestaltete sich ruhiger: gemeinsam frühstücken, anfangen zu packen, Klos, Küche und den Rest des Hauses putzen und alle Koffer zusammensammeln. Nach getaner Arbeit gab es Pat mit leckerer Soße, bevor dann mit einer langen Kette die Koffer verladen wurden, um zum Astovot-Büro aufzubrechen. Drinnen warteten schon die Gastmamas, die ein paar letzte Informationen bekamen, während wir eintrafen. Dann kamen ein paar letzte Worte von Felix, dem Koordinator, bevor jeder Freiwillige nach und nach von seiner Gastmama umarmt wurde. Ein letztes Foto mit allen zusammen, das zuteilen der Mentoren für jeden Freiwilligen und dann hieß es für Leo und mich: Ab ins Auto und auf nach Tomegbé!

Die Fahrt dauerte ca. 40 Minuten, bis wir hoch auf dem Berg bei unseren neuen Häusern für die nächsten 11 Monate ankamen. Da ich einen ausführlicheren Beitrag über meine Gastfamilie schreiben möchte, hier eine kurze Zusammenfassung. Soweit ich bisher verstanden habe sind wir ein Frauenhaushalt, bestehend aus meiner Gastmama Adgo und meinen drei Schwestern. Die Familie ist super lieb, ich habe endlich wieder mein eigenes Zimmer nach dem vollen Jungszimmer und unser Garten ist super schön. Das Dorf Tomegbé ist schnuckelig klein, hat eine große Kirche im Zentrum über dem Markt, ein paar Boutiquen und kleine Shops und ist ca. 30 Minuten von Kpalimé entfernt. Ich arbeite am CEG Agomé-Tomegbé einem kleinen College (Klassenstufe 6-9) mit insgesamt 5 Klassen, einem kleinen L-förmigen Schulgebäude und neben dran ein Gebäude fürs Lehrerzimmer, Direktorat und Materialien.

Mein erster Eindruck des Dorfes, der Schule und meiner Familie ist wirklich super. Über die einzelnen Themen möchte ich jedoch jeweils einen extra Artikel schreiben, da ich alles noch besser kennenlernen muss und nichts schreiben möchte, was ich dann am Ende komplett korrigieren muss (Zum Beispiel habe ich wieder den Namen meiner kleinsten Gastschwester vergessen, wobei ich bezweifle, das ich ihn je kannte, weswegen man vielleicht gar nicht von vergessen sprechen kann :D)

Ich muss noch unbedingt zum Wasserfall hier in Tomegbé wandern, habe noch einige Vokabeln nachzuholen, um in der Schule so richtig starten zu können, und gehe nächste Woche Sonntag mit meiner großen Schwester in die Kirche. Bis dahin sind dann hoffentlich auch ein paar mehr Bilder online und vielleicht sogar schon einer der Berichte über meine Familie, mein Dorf oder meine Schule.

Viele liebe Grüße aus Tomegbé

Lennart

Statusmitteilung

Kleines Update

Vor meiner Ausreise so gut wie keinen Plan zu haben, was mich in Togo erwarten wird, was ich sehen werde und wen ich treffen werde, war genau richtig! Denn jetzt wo ich hier bin fallen mir viele Sachen auf, von denen ich ein ganz anderes Bild hatte, geformt durch Werbungen, Dokus, Berichte, Bildern oder Erzählungen. Es ist viel zu einfach zu werten, bevor man etwas selbst erlebt hat. Und auch wenn das den meisten schon klar war, ist mir dieser Beitrag sehr wichtig! Ich berichte über meine Zeit in Togo, über meine Zeit in Kpalimé und über meine Arbeit als Lehrerassistenz. Die Bilder, die ich geschickt habe und schicken werden, die Gedanken die ich teile und das Leben, welches ich ich lebe zeigen nicht alle Farben Togos, sondern die die ich sehe. Sie zeigen meine Reise. Mir ist einfach wichtig, das alles, was hier landet, nicht für ganz Togo und erst recht nicht für den ganzen Kontinent Afrika spricht.

Dieser Blog ist rein objektiv.

 

An dieser Stelle anschließend möchte ich die Möglichkeit nutzen, ein paar Blogs zu verlinken von Leuten, denen ich auf meinem bisherigen Weg begegnet bin. Die hier aufgelisteten sind alles Mitfreiwillige und die Liste wird länger, sobald ich mehr Adressen bekomme.

Natalie (Togo): togobummlerin-natalieholzhaus.blogspot.de

Johanna (Togo): johannatogo.wordpress.com

Joshua (Togo): joshuasoktogon.info

Ich möchte euch ermutigen, bei den anderen Blogs vorbeizuschauen. Neben guten Texten oder Bildern findet ihr bei denen dann auch ab nächster Woche Berichte über individuelle Einsatzstellen. Von denen kann ich persönlich selbstverständlich nicht berichten, finde sie aber total interessant, da sie ein umfangreicheres Bild über das vielen unbekannte Land Togo geben. Also schaut mal bei denen vorbei, sind coole Leute! 😀

 

Was mich betrifft geht es mir immer noch sehr gut, ich schlafe jetzt unbequemer weil meine Iso-matte kaputt ist und gestern hat es sehr stark geregnet, was ich eigentlich als positiv ansehe, da es dann immer kühler wird. Seit Montag tanze ich mit Selom zusammen in einer togolesischen Tanzgruppe, was total viel Spaß macht. Das Training ist das reinste Workout, begleitet von Trommlern und Bongospielern und durch die gemeinsame Runde am Ende jedes Trainings fühlt sich die ganze Gruppe wie eine große Familie an. Hoffentlich kann ich ab nächster Woche immer noch irgendwie weiter mittanzen, was schwer wird da ich in einem anderen Dorf wohne und die Tanzgruppe viermal die Woche trainiert, mal schauen ob ich dafür eine Lösung finde.

Jetzt sitze ich hier auf der Terasse unseres Hauses, vor mir unser nur sperrig bewachsener Garten, dann die Mauer und dahinter das Maisfeld. Der Schmied, den man von hier sehen kann, scheint Tag und Nacht zu arbeiten, man sieht in durchgehend arbeiten oder hört in hämmern. Weit hinten am Horizont erhebt sich der Berg über der Stadt, er ist heute schwer sichtbar, nur seine Umrisse sind durch den leichten Nebel zu erkennen. Gleich gibt es Frühstück und auf dem Tagesplan für heute steht ein weiterer Besuch des Polizeikommissariats.

Ich muss an Sonntag denken, den Tag an dem wir in unsere Gastfamilien kommen. Und daran, dass mir gestern gesagt wurde, dass wir an unserer Schule nicht lange assistieren werden sondern schon nach kurzer Zeit unsere eigene Klasse kriegen. Uns wurde gesagt, am Anfang einen auf strenger Lehrer machen, sonst können wir den Rest des Jahres vergessen. Mal schauen, ob das alles gut geht. 😀

 

Allerliebste Grüße aus dem Kpalimé, in dem gerade die Sonne aufgeht

Lennart

Galerie

Endlich mal ein paar Bilder! :D

Tut mir leid das die Qualität so schlecht ist, die Bilder stammen noch alle von meinem Handy. Ich hoffe bald bessere Bilder zu bekommen. Viel Spaß!